Hochwasser ausschnitt
unsplash.com - Juan Manuel Sanchez

Neue Studie: Wie digitale Lösungen Kommunen bei der Hochwasservorsorge helfen

05.08.2026

Wie können digitale Lösungen Kommunen bei der Hochwasservorsorge unterstützen? Eine neue Studie aus der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) gibt Antworten. Sie zeigt anhand von Praxisbeispielen, wie digitale Werkzeuge Risiken sichtbar machen und eine vorausschauende Vorsorge ermöglichen.

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Starkregen kann innerhalb kurzer Zeit ganze Stadtquartiere und Ortschaften überfluten. Während Länder, Kommunen und Landkreise die Hochwasservorsorge an großen Gewässern kontinuierlich ausbauen, rücken die lange unterschätzten Risiken kleinerer Gewässer und lokaler Abflusswege erst seit einigen Jahren stärker in den Fokus. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zeigt, wie digitale Lösungen Kommunen dabei unterstützen: Sie helfen, Starkregenrisiken frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen zu planen und im Ernstfall schneller zu handeln.

Sensoren, Datenplattformen und digitale Zwillinge erweitern die Möglichkeiten der Hochwasservorsorge. Sie erfassen Pegelstände, Niederschläge und weitere Umweltdaten, bündeln Informationen und machen Gefahren sichtbar. Kommunen verbessern so ihre Vorsorge – von der Analyse möglicher Überflutungsbereiche bis zur gezielten Information der Bevölkerung.

Digitale Lösungen entlang des gesamten Vorsorgezyklus

Die Studie zeigt anhand von fünf Praxisbeispielen aus den Modellprojekten Smart Cities, wie Kommunen digitale Werkzeuge einsetzen: Berlin und Dresden nutzen digitale Modelle und Simulationen, um blau-grüne Infrastruktur – etwa Parks und Versickerungsflächen – zu planen und Starkregenrisiken sichtbar zu machen. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm verbessert mit Sensoren die Datengrundlage an kleineren Fließgewässern und entwickelt ein KI-basiertes Frühwarnsystem. Solingen setzt auf Umweltsensoren und verschiedene Kommunikationswege, um die Bevölkerung bei Extremwetter gezielt zu informieren. Der Landkreis Hof nutzt einen digitalen Zwilling und baut eine Beratungsstelle auf, die Daten, Analysen und Praxiswissen für seine 27 kreisangehörigen Kommunen bündelt. 

 

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Berlin: In einer Web-App können Interessierte blaue und grüne Infrastrukturmaßnahmen fotorealistisch visualisieren lassen und damit der Bevölkerung näherbringen. Invisible Room

Die Praxisbeispiele zeigen: Digitale Lösungen liefern den größten Mehrwert, wenn Kommunen sie gezielt für ihre jeweils besonderen Herausforderungen einsetzen. Sie schaffen eine belastbare Datengrundlage, machen Risiken frühzeitig sichtbar und unterstützen fundierte Entscheidungen – von der Vorsorge bis zum Ernstfall. Dafür benötigen Kommunen verlässliche Daten, klare Zuständigkeiten und eine enge Zusammenarbeit mit Wasserwirtschaft, Katastrophenschutz und weiteren Fachleuten.

Digitale Werkzeuge helfen Kommunen, Risiken besser zu verstehen, vorausschauend zu planen und schneller zu reagieren. Entscheidend ist aber, dass Technik nicht für sich allein steht: Sie muss in bestehende Vorsorgestrukturen eingebettet sein und über administrative und sektorale Grenzen hinweg gedacht werden.

Franziska Sahr, Ko-Autorin der Studie

Die Studie richtet sich an kommunale Akteurinnen und Akteure, die digitale Lösungen für die Hochwasservorsorge entwickeln oder weiterdenken möchten. Sie zeigt Handlungsmöglichkeiten auf und hilft Kommunen, datenbasiert ein präventives Risikomanagement zu betreiben.

Kontakt

Daniel Regnery

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994011594

Dr. Ralf Schüle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994012305