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Creative Climate Cities

Urbane Datenplattformen – Von der Idee zur dauerhaften Infrastruktur: Drei neue MPSC-Wissensprodukte

21.04.2025

Urbane Datenplattformen (UDP) werden in einer stetig steigenden Anzahl von Kommunen als das technologische Kernstück der Smart City eingesetzt. Wie jedoch schaffen es Städte und Gemeinden, aus ersten Pilotprojekten eine tragfähige digitale Infrastruktur zu entwickeln, die auch nach Ende der Förderung Bestand hat? Drei neue Wissensprodukte aus den Modellprojekten Smart Cities (MPSC) geben darauf Antworten. Sie bündeln Erfahrungen aus der kommunalen Praxis und zeigen, wie UDPs strategisch aufgebaut, organisiert und langfristig verstetigt werden können.

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Urbane Datenplattformen sind für viele Kommunen noch im Aufbauprozess. Gleichzeitig entwickeln sie sich zunehmend zum Kern einer modernen, gemeinwohlorientierten Daseinsvorsorge. Sie verknüpfen Daten aus Verwaltung, Klima, Mobilität, Energie oder Stadtplanung und schaffen so die Grundlage für datenbasierte Entscheidungen, effizientere Prozesse und neue digitale Anwendungen. Doch, wie gelingt kommunalen UDPs der Weg von ersten Pilotprojekten in einen dauerhaften Regelbetrieb?

Innerhalb der Arbeitsgruppe „Urbane Datenplattformen“ der Modellprojekte Smart Cities wurden dazu praktische Erfahrungen gebündelt. Die nun veröffentlichten drei Wissensprodukte „Nutzen urbaner Datenplattformen“, „Geschäfts- und Betreibermodelle urbaner Datenplattformen“ sowie „Herausforderungen bei der Verstetigung urbaner Datenplattformen“ bereiten dieses Wissen erstmals systematisch und kompakt nutzbar für weitere Kommunen auf.

 

Echtes Praxiswissen aus den Modellprojekten 

Grundlage der Veröffentlichungen sind vertiefende Interviews mit neun Modellprojekten Smart Cities – von der Gemeinde Eichenzell bis zur Großstadt Wuppertal – ergänzt durch Literaturrecherchen. Entstanden ist daraus eine eng verzahnte Trilogie: Nutzen verstehen, Geschäfts- und Betreibermodelle entwickeln sowie Verstetigung organisieren und Hürden überwinden.

Grafische Darstellung von Menschen und IT-Systemen
Ausschnitt aus dem Titelbild des Wissensprodukts "Nutzen urbaner Datenplattformen". Creative Climate Cities

Für die Nutzenanalyse wurden die beteiligten Kommunen nach technischem, fachlichem und strategischem Mehrwert ihrer Urbanen Datenplattformen befragt. Im Fokus stand, wie unterschiedliche Datenquellen gebündelt, welche Anwendungen ermöglicht und in welchen Bereichen konkrete Verbesserungen erzielt werden konnten.

Das Wissensprodukt zu Geschäfts- und Betreibermodellen strukturiert diesen Nutzen für öffentliche Strukturen und zeigt auf, wie Rollen, Verantwortlichkeiten und Betriebsmodelle gestaltet werden können. Es macht deutlich, wie öffentlicher Mehrwert systematisch geschaffen, bereitgestellt und erfasst werden kann – und wie sich eine UDP als Bestandteil nachhaltiger kommunaler Daseinsvorsorge verankern lässt.

Die Verstetigung sichert den Übergang von der Pilotphase in den regulären Betrieb. Das Wissensprodukt legt einen Fokus auf die Hürden rund um Stakeholder‑Management, Datenkompetenzaufbau, rechtliche Rahmen und technische Weichenstellungen. Nur, wenn alle Punkte bedacht werden, kann die UDP langfristig wirken und zu einer echten Verwaltungstransformation und datengestützten Steuerung der Stadtentwicklung beitragen.

 

 

Frühzeitig im Fokus: Anwendungsfälle und Zielgruppen

Eine zentrale Erkenntnis aus den beteiligten Kommunen: Erfolgreiche Projekte starten nicht mit der Zielsetzung „Wir brauchen eine Plattform!“, sondern mit der Frage „Welches Problem wollen wir lösen – und für wen?“ Frühzeitige strategische Entscheidungen, klare Governance-Strukturen und interkommunale Kooperationen zählen zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. UDP werden so zu einer Infrastruktur, die Umwelt- und Klimaziele unterstützt und Verwaltung als Organisation erneuert.

„Eine UDP kommt dann in den langfristigen Betrieb, wenn Anwendungsfälle, Rollen und Verantwortlichkeiten frühzeitig definiert wurden. Interkommunale Zusammenarbeit erweist sich – in der Entwicklung, aber auch im Betrieb – für viele als attraktive Option, weil sie Ressourcen bündelt, Kompetenzen teilt und gemeinsame Standards schafft.“

Jasmin Gorlt, Autorin der Studie, Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) und Fraunhofer IESE

Auch der Austausch innerhalb der Arbeitsgruppe wird von den Beteiligten als wichtiger Erfolgsfaktor beschrieben: „An der UDP-Arbeitsgruppe schätze ich vor allem den Austausch zwischen den Kommunen. Warum sollte jeder für sich die gleichen Fehler machen, wenn man sich auch gegenseitig unterstützen kann? Das ist für alle eine Win-Win-Situation,“ sagt Jasmin Gorlt, Autorin der Studie und Wissenschaftlerin bei Fraunhofer IESE.

Das Fazit der Autorinnen und Autoren: Nur wenn Nutzen, Organisation und langfristiger Betrieb gemeinsam gedacht werden, können Urbane Datenplattformen dauerhaft wirken – und zu einer echten Verwaltungstransformation sowie datengestützten Steuerung der Stadtentwicklung beitragen.

 

Weiterführende Links:

Arbeitsgruppe „Urbane Datenplattformen“

„Urbane Datenplattformen“ (Fachpublikation, PDF)

„Urbane Datenplattformen im Vergleich: Eine Entscheidungshilfe für Kommunen“ (PDF)

„Kurzüberblick Urbane Datenplattformen“ (PDF)