Räumliche Dimensionen digitaler Stadtentwicklung

Steckbrief des Forschungsprojekts

  • Status: laufend
  • Start: August 2022
  • Programm: Modellprojekte Smart Cities

Die Studie zielt darauf ab, den räumlichen Zusammenhang zwischen Digitalisierung und integrierter Stadtentwicklung konzeptionell zu erfassen und einen Referenzrahmen zur Messung räumlicher Wirkungen von Smart-City-Strategien und -Projekten zu entwickeln.


Einführung

Die Studie beschäftigt sich in zweierlei Hinsicht mit räumlichen Wirkungen von Digitalisierung in der Stadtentwicklung: Einerseits zielt sie darauf ab, den Zusammenhang von Digitalisierung und integrierter Stadtentwicklung in verschiedenen Dimensionen konzeptionell zu erfassen. Andererseits entwickelt sie einen Referenzrahmen zur Messung räumlicher Wirkungen von Smart-City-Strategien und -Projekten. Hiermit sollen Kommunen befähigt werden, sich proaktiv mit den räumlichen Wirkungen von Digitalisierung auseinanderzusetzen.

Ausgangslage

Die sozialwissenschaftliche und stadtplanerische Betrachtung der stadträumlichen Effekte von Digitalisierung sind noch relativ unerforscht. Damit geht die Schwierigkeit einher, räumliche Wirkungen von Digitalisierung und ihre Folgen für die integrierte Stadtentwicklung und Stadtplanung empirisch zu erfassen. Mit dieser Herausforderung sehen sich auch die vom Bund geförderten Modellprojekte Smart Cities (MPSC) konfrontiert, durch deren Strategien und Maßnahmen räumliche Effekte von Digitalisierung auf lokaler Ebene noch gesteigert werden: In allen MPSC sind räumliche Interventionen vorgesehen, die im Projektverlauf Einfluss auf unterschiedliche Milieus, Bevölkerungsgruppen und Anwohnende haben werden.

Ziel

Ziel der Forschung ist die Befähigung von Kommunen, möglichst frühzeitig räumliche Auswirkungen von Digitalisierung zu erkennen und diese in der Planung und Umsetzung von Digitalstrategien und -projekten zu berücksichtigen. Im Kern soll ein Referenzrahmen zur Messung räumlicher Wirkungen von Smart-City-Konzepten und -Projekten auf Stadt- und Quartiersebene entwickelt werden. Zentral ist hierbei die Orientierung am Just-Transition-Ansatz der EU zur sozialen bzw. sozialräumlichen Gerechtigkeit in der digitalen und klimabezogenen Transformation.


Konzept

Zur Erreichung der Forschungsziele soll die Studie unter anderem folgende Fragen beantworten:

  • Wie wirkt Digitalisierung auf welchen Maßstabsebenen auf welche Stadtstrukturen?
  • Welche (sozial-)räumlichen Handlungsansätze werden im Kontext der digitalen Stadtentwicklung verfolgt (u.a. Städtebau, Sharing-Systeme etc.)?
  • Welche integrativen und exkludierenden sozialen Effekte haben die unterschiedlichen räumlichen Entwicklungen?

Projektphasen

Das methodische Vorgehen zur Erarbeitung der Inhalte der Studie gliedert sich in folgende Arbeitsphasen:

Phase 1

Grundlagen, Konzeption und erste Erprobung eines Referenzrahmens:
Ziel des ersten Arbeitspakets ist die Konzeption und der Pretest eines Referenzrahmens zur Messung räumlicher Wirkungen von Smart-City-Strategien, -Konzepten und -Projekten anhand erster Fallstudien.

Phase 2

Anwendung und Verfeinerung des Referenzmodells:
Im zweiten Schritt wird der Referenzrahmen anhand weiterer Fallstudien vergleichend überprüft und verfeinert. Im Anschluss wird er den Kommunen zur eigenen Verwendung zugänglich gemacht.

Die Erfassung der räumlichen Wirkungen im Rahmen der Fallstudien wird über Sozialraumanalysen, die Auswertung georeferenzierter Social-Media- und sensorischer Daten (z.B. Frequenzanalysen und Funkzellen), Space Syntax und Online-Befragungen erfolgen.

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Kontakt

Andreas Helsper

Forschungscluster der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
Forschungspartner
E-Mail: Andreas.Helsper@iao.fraunhofer.de

Dr. Charlotte Räuchle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Telefon: +49 228 99401-1503
E-Mail: Charlotte.Raeuchle@bbr.bund.de