Resilienzstrategien in der Smart City – Wie Kommunen besser mit Krisen umgehen und proaktiv eine nachhaltige Zukunft gestalten können

Steckbrief des Forschungsprojekts

  • Status: laufend
  • Start: Januar 2022
  • Programm: Modellprojekte Smart Cities

Das Projekt analysiert bestehende Methoden, Werkzeuge, innovative Strategien und Governance-Konzepte zur systematischen Stärkung kommunaler Resilienz in der Stadtentwicklung und zeigt praktische Perspektiven für deutsche Kommunen auf.


Ausgangslage

Städte und Gemeinden befinden sich in einem ständigen Wandel. Dabei wirken viele externe Ereignisse auf die Stadtentwicklung. Um diesen Wandel in Richtung einer nachhaltigen Stadtentwicklung bewusst zu gestalten, ist es essentiell, ein „Resilienzdenken“ in Kommunen zu etablieren. Dieses gilt insbesondere für die Entwicklung einer Smart-City-Strategie. Denn zunehmend beeinflussen Extremereignisse wie Hitzesommer oder Starkregen das Leben in den Städten und Gemeinden.

Die Digitalisierung eröffnet dabei vielfältige Möglichkeiten, um urbane Resilienz zu stärken. Beispiele dafür sind unter anderem verbesserte Informations- und Planungsgrundlagen. Darunter fallen das Echtzeit-Monitoring von Umwelt- und Wetterdaten oder die Entwicklung neuer Plattformen für effiziente fachbereichs- oder akteursübergreifende Kooperationen. Gleichzeitig kann die Digitalisierung die Resilienz des urbanen Systems auch schwächen, zum Beispiel durch Cyberattacken auf städtische Infrastrukturen. Trotz dieser Vulnerabilitäten kann ein hohes Maß an Resilienz die Auswirkungen externer Störungen abfedern und die Fähigkeit stärken, beim Wandel in Richtung Nachhaltigkeit mit Ungewissheiten umzugehen.

Ziel

Vor diesem Hintergrund zielt das Forschungsprojekt darauf, Resilienz als Grundgerüst einer nachhaltigen Stadtentwicklung greifbar zu machen. Es soll Kommunen überzeugen, sich in der Smart-City-Strategieentwicklung stärker mit diesem Konzept zu befassen. Resilienz kann dabei sowohl als eigenständiges Element einer integrierten, nachhaltigen Stadtentwicklung entwickelt als auch als Querschnittsthema und Managementprinzip in Smart-City-Strategien verankert werden.

Das Ziel des Projekts besteht darin, bestehende Methoden, Werkzeuge, innovative Strategien und Governance-Konzepte zur systematischen Stärkung kommunaler Resilienz in der Stadtentwicklung zu analysieren und praktische Perspektiven für deutsche Kommunen aufzuzeigen. Mit einem Fokus auf digitale Tools und Infrastrukturen liegt der thematische Schwerpunkt der Studie auf dem Hochwasserschutz und Strategien zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie. Weitere relevante Themen wie Cybersicherheit und die digitale Daseinsvorsorge (unter anderem Resilienz von Infrastrukturen) werden berücksichtigt.


Konzept

Anhand vielfältiger Beispiele aus der kommunalen Praxis wird aufgezeigt, inwiefern die vier wesentlichen Merkmale resilienter Systeme – Feedback-Loops, Modularität, Diversität und Redundanz – die kommunale Resilienz stärken können. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenspiel von Resilienz und Digitalisierung, das dafür neue Möglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig ist es wichtig, mögliche Risiken der Digitalisierung von Beginn an mitzudenken und zu vermeiden.

Auf Grundlage internationaler sowie nationaler Beispiele, die in ihren Strategiedokumenten entweder umfassende Resilienzstrategien oder auch einzelne resilienzfördernde Ansätze verfolgen, werden zentrale Herangehensweisen abgeleitet, mit deren Hilfe „Resilienzdenken“ in der kommunalen Praxis gestärkt werden kann.

Mithilfe dieser Desktop-Forschung sowie Interviews mit Expertinnen und Experten war das Projekt in zwei Arbeitspakete untergliedert: Im ersten Arbeitspaket (AP 1) erfolgte eine internationale Bestandsaufnahme von Strategien, technischen Werkzeugen und Governance-Konzepten zur Erhöhung der kommunalen Resilienz. Ein zweites Arbeitspaket (AP 2) widmete sich den Schnittstellen zwischen Resilienzstrategien und Katastrophenschutz sowie Resilienz und COVID-19.

Zurück zur Übersicht über unsere Forschungsprojekte

Kontakt

Prof. Dr. Jochen Rabe

Forschungscluster der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities
Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH (KWB)
E-Mail: jochen.rabe@kwb.de

Dr. Ralf Schüle

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
E-Mail: ralf.schuele@bbr.bund.de