Potenziale der digitalen Daseinsvorsorge im ländlichen Raum

Daseinsvorsorge zu gewähren, insbesondere in ländlichen und peripheren Räumen, wird für Kommunen zu-nehmend schwieriger. Dazu tragen unter anderem der demografische Wandel und steigender Fachkräftemangel bei. Digitalisierung kann die Erbringung daseinsvorsorgender Leistungen unterstützen und für eine nachhaltigere Raumentwicklung sorgen.

  • Status: abgeschlossen
  • Start: Juli 2025 bis März 2026
  • Programm: Modellprojekte Smart Cities

Ausgangslage

Zunehmend stehen Kommunen vor der Herausforderung, trotz demografischem Wandel und begrenzten Ressourcen Leistungen der Daseinsvorsorge flächendeckend zu erbringen. Im ländlichen Raum verschärfen sich die Herausforderungen, wenn weite Entfernungen und geringe Siedlungsdichten die effiziente Leistungserbringung zusätzlich erschweren. Digitalisierung wird in diesem Zusammenhang eine hohe Wirksamkeit zugeschrieben, weil mit einzelnen Lösungen wie einer digitalen Plattform ungleich mehr Menschen versorgt werden können, ohne dass die Qualität der Leistungserbringung abnimmt. Zugleich kann die gezielte Nutzung digitaler Tools die Verwaltung entlasten.

Ziel

Ziel der Studie war es daher zu untersuchen, inwiefern digitale Lösungen die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum stärken können.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) als Teil des Forschungscluster der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities.

Konzept

Die Autorinnen und Autoren arbeiteten unterschiedliche Handlungsansätze entlang der Erfahrungen der MPSC heraus. Zudem betrachteten sie neben organisatorischen, strategischen und methodischen Aspekten auch die empfundenen Wirkungen der digitalgestützten Daseinsvorsorge auf lokale Akteure, wie etwa Bürgerinitiativen oder Pflegeeinrichtungen. So bildete das Projekt auch die Potenziale der Digitalisierung zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse ab.

Ergebnisse 

Im Fokus des Projektes standen die Analyse von Handlungsansätzen der digitalgestützten Daseinsvorsorge im ländlichen Raum und deren Wirkungen auf lokale Akteure. Es zeigte sich, dass digitale Lösungen im ländlichen Raum in vielfacher Weise Wirkungen entfalten – direkt wie indirekt. Als besonders tragfähig erwiesen sich Projekte, die die Akzeptanz, Verlässlichkeit und Verstetigung von (digitalen) Angeboten adressierten. Digitale Daseinsvorsorge wirkte besonders dann nachhaltig, wenn digitale Komponenten mit sozialen, organisatorischen und räumlichen Strukturen passgenau kombiniert wurden.

Kontakt

Dr. Bettina Distel

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994012343

Anne-Marie Kilpert

Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE)
Forschungscluster der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities
Tel.: +4963168002111