Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten Mit Ankerorten des digitalen Wandels smarte Städte und Regionen gestalten

Viele Kommunen richten physische Orte ein, an denen Bürgerinnen und Bürger zu Teilhabe und Kompetenzentwicklung befähigt werden sollen. Diese „Ankerorte des digitalen Wandels“ sollen Digitalisierung vor Ort erlebbar machen und die Stadtgesellschaft in Entwicklungsprozesse einbinden. Ihre vielfältigen Schwerpunkte, ebenso wie Fragen der Finanzierung, der räumlichen und personellen Ausstattung oder der Programmgestaltung fordern Kommunen in der Umsetzung heraus.

  • Status: abgeschlossen
  • Laufzeit: Januar 2025 bis März 2026
  • Programm: Modellprojekte Smart Cities

Ausgangslage

Teilhabe, Mitgestaltung und Kompetenzentwicklung sollen im Rahmen der Smart City ihren „Raum“ finden. Die Ankerorte des digitalen Wandels stellen daher Orte dar, an denen Smart City und Digitalisierung erlebbar werden und Bürgerinnen und Bürger sich direkt in Entwicklungsprozesse einbringen können. Sie können Berührungsängste mit Digitalisierung abbauen und Ideen sowie Wünsche aus der Zivilgesellschaft in die Entwicklung der Smart City einbinden. Auch die Modellprojekte Smart Cities (MPSC) nutzen Ankerorte des digitalen Wandels: Mit 43 MPSC betreiben über die Hälfte der Projekte solche Räume. Bislang fehlte jedoch ein „Grundkonzept“, das die Vielfalt der Ankerorte verbindet.

Ziel

Ziel der Studie war es daher, Typen von Ankerorten herauszubilden sowie Erfolgsfaktoren für Konzeption, Betrieb und Verstetigung des Modellansatzes „Ankerorte des digitalen Wandels“ zu erarbeiten. Mit der Kurzstudie wurde zudem die Arbeit der Themengruppe „Ankerorte“ im Rahmen der Arbeits- und Entwicklungsgemeinschaften der MPSC abgeschlossen und das gesammelte (Erfahrungs-)Wissen gesichert.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu, Berlin) als Teil des Forschungsclusters der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities.

Konzept

Zunächst wurde eine Bestandsaufnahme aller Ankerorte der MPSC mithilfe einer Online-Befragung durchgeführt. Sie diente der Typisierung der Ankerorte entlang ihrer thematischen Ausrichtungen und Schwerpunksetzungen. Zusätzlich wurden zwölf Fallbeispiele auf Basis von Interviews und Dokumentenanalysen tiefergehend betrachtet und mit ihrer Hilfe die Typen weiter geschärft. Sie dienten auch der Identifikation zentraler Stellschrauben für die Umsetzung der Ankerorte und der Entwicklung von Handlungsempfehlungen.

Ergebnisse

Die Studie unterscheidet im Ergebnis fünf Grundtypen von Ankerorten des digitalen Wandels:

  • Informations- und Beteiligungsorte für Digitales und Smart City (Fokus auf Information, Beteiligung und Bürgernähe)
  • Räume für digitale Bildung (Fokus auf Bildung und Kompetenzentwicklung)
  • Technikwerkstätten und Makerspaces (Fokus auf digitale und handwerkliche Bildung und Kompetenzentwicklung)
  • kokreative Labore für Transformation (Fokus auf Netzwerkbildung, Beteiligung und Bürgernähe)
  • Plattformen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und der Stadtgesellschaft (Fokus auf Wirtschaftsförderung, Netzwerkbildung und digitale Bildung)

Zudem zeigt die Studie 24 Erfolgsfaktoren auf, die für die Konzeption, den Betrieb und die Verstetigung von Ankerorten wichtig sind. Die konkreten Handlungsempfehlungen befähigen so andere Kommunen, eigene Konzepte zu entwickeln und umzusetzen und von den Erfahrungen und dem Wissen der MPSC zu profitieren.

Kontakt

Jan Abt

Difu - Deutsches Institut für Urbanistik
Tel.: +493039001206
E-mail: abt@difu.de

Dr. Bettina Distel

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994012343