Urbane digitale Zwillinge: Erfolgsfaktoren der Umsetzung

Urbane digitale Zwillinge sind ein zentrales Element der digitalen Infrastruktur von Kommunen. Sie ermöglichen es, eine Vielzahl von Maßnahmen – etwa in den Bereichen Stadtplanung, Mobilität oder Bürgerbeteiligung – datenbasiert zu entwickeln, zu simulieren und zu steuern. Bislang fehlte jedoch ein praxisnaher Überblick über Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in der Umsetzung, der die Erfahrungen kommunaler Akteure widerspiegelt.

  • Status: abgeschlossen
  • Start: August 2025 bis Mai 2026
  • Programm: Modellprojekte Smart Cities

Ausgangslage

Urbane digitale Zwillinge (UDZ) bilden physische Prozesse und räumliche Strukturen der Stadt durch die Integration heterogener Datenquellen in virtuellen, dynamischen Modellen ab – von 3D-Stadtmodellen über Echtzeitdaten aus Sensorik bis hin zu Verwaltungs- und Geodaten. UDZ leisten somit einen wesentlichen Beitrag zur effizienten, vorausschauenden und nachhaltigen Stadtentwicklung.

Die Konzeption und Umsetzung eines UDZ sind jedoch komplex und stellen viele Kommunen vor organisatorische, technische und strukturelle Herausforderungen. So müssen etwa heterogene Datenstrukturen harmonisiert, Fachbereiche und politische Entscheidungsträger zusammengebracht und Organisationsstrukturen angepasst werden.

Ziel

Ziel der Studie war es daher, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren in der Konzeption und Umsetzung von UDZ kompakt für die kommunale Praxis zusammenzutragen.

Konzept

Zunächst wurden für die Studie bestehende Zwillingsprojekte der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) mit fortgeschrittenem Umsetzungsstand recherchiert. Die Studie analysierte diese Projekte in Bezug auf zentrale Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung, wobei sowohl die technische Umsetzung als auch die bedarfsorientierte Anwendung im kommunalen Alltag berücksichtigt wurde. Mit vier Kommunen – Kirchheim bei München, Halle (Saale), Mönchengladbach und München – führten die Autorinnen und Autoren weiterführende Gespräche, die konkrete Umsetzungspraktiken und Erfahrungen in den Fokus rückten.

Ergebnisse

Im Ergebnis entstand eine Übersicht zentraler Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von UDZ auf kommunaler Ebene. Konkrete Handlungsempfehlungen, die sich aus den Erfahrungen der MPSC speisen, dienen anderen Kommunen als Leitfaden für eine erfolgreiche Konzeption und Umsetzung eigener UDZ. Sie berücksichtigen nicht nur zentrale Gelingensbedingungen, sondern unterstützen Kommunen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen ihres UDZ dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und geeignete Umsetzungsstrategien zu entwickeln.

 

Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und Creative Climate Cities (CCC) als Teil des Forschungscluster der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities.

Kontakt

Sarah Brandt

Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Smart City Design; Blog- und Studienautor

Dr. Bettina Distel

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994012343