A group of students participating at ISCN challenge 2025 and turned towards the back of the classroom, waving and smiling into the camera
Group of students from HTW Berlin, Hochschule Heilbronn and Universitat Abat Oliba, Barcelona Kalil Afan

Studiengruppen von acht Universitäten nehmen an ISCN University Challenge 2025 teil

29.12.2025

Das ISCN hat aus dem praktischen Bedarf seines Netzwerks heraus eine Smart-City-Challenge formuliert und 8 Universitäten und deren Studiengruppen aus 5 Ländern und 3 Kontinenten haben mit mehr als 40 Ideen geantwortet! Der Kern der diesjährigen Challenge war die innovative Mehrfachnutzung bürgergenerierter Daten aus städtischen Meldeportalen.

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Junge kluge Köpfe stärker an der Entwicklung gemeinwohlorientierter Smart Cities zu beteiligen - dafür hat das Internationale Smart Cities Netzwerk (ISCN) seine "University Challenges" ins Leben gerufen. Jedes Jahr wählt es dafür aus seinem Netzwerk eine konkrete und praktische Problemstellung aus dem Bereich Smart City aus. Studierende aus aller Welt nehmen diese Herausforderungen in kurzen Sprints von etwa einem halben Tag in Angriff. Sie profitieren davon, ihr theoretisches Wissen im Kontext praktischer Realitäten von Städten und Gemeinden anwenden zu können. Die im ISCN vernetzten internationalen Planer und Entscheider aus Stadtverwaltungen wiederum erhalten eine frische Menge an (unkonventionellen) Ideen. Und das ISCN-Team unterstützt dabei, die Lücke zwischen externer Kreativität und den operativen Realitäten für die Umsetzung zu überbrücken.

In der Ausgabe Ende 2025 war der thematische Fokus der ISCN University Challenge die Mehrfachnutzung nutzergenerierter Daten. Ausgangspunkt waren Online-Meldeportale wie die “Mängelmelder” in Deutschland, Fixmystreet (UK) oder PorMiBarrio (Uruguay), die mittlerweile vielfach bereits seit einem guten Jahrzehnt zur Grundausstattung von Smart Cities gehören. Menschen aus der Stadt können bei diesen Meldeportalen eine Nadel auf einer digitalen Karte platzieren und damit Anliegen oder Probleme notieren, die die Stadtverwaltung bearbeiten soll. Mit dem Aufkommen von performanteren urbanen Datenplattformen, neuen Strukturen des kommunalen Datenmanagements und neuer Algorithmen, gibt es nun weitergehendes Potential durch die Mehrfachnutzung dieser nutzergenerierten Daten neue Erkenntnisse und Maßnahmen für die Stadtentwicklung zu kreieren.

Statt ausuferndem Hunger nach neuen Daten, war an dieser Stelle also eine elegantere Ausschöpfung des Potentials bestehender Daten gefragt. Die Leitfrage für die Studierenden war dementsprechend: Welche zusätzlichen Erkenntnisse können aus der Mehrfachnutzung von nutzergenerierten Daten aus Meldeportalen gewonnen werden [abseits der buchstäblich von Nutzern genannten Punkte]?

 

Welche zusätzlichen Erkenntnisse können aus der Mehrfachnutzung von nutzergenerierten Daten aus Meldeportalen gewonnen werden?
Screenshot of the tool "EMSOS", where citizens can set pins on a map of Osnabrück to report issues or observations
Screenshot of the tool "EMSOS", where citizens can set pins on a map of Osnabrück to report issues or observations (https://emsos.osnabrueck.de/)
Image of the online virtual conference between ISCN staff and students of universidad de cuenca to present their solutions for the iscn university challenge 2025
GIZ

Nach einer Einführung durch Mitglieder des ISCN-Teams und einer Präsentation der Stadt Osnabrück, die als deutsches Modellprojekt Smart City (MPSC) für die diesjährige Challenge "Pate stand", steckten die Studierenden ihre Köpfe zusammen: Sie entwarten zwei oder drei konkrete Ideen für die Mehrfachnutzung von Daten aus Meldeportalen, analysierten das Stakeholderumfeld für ihre Ideen und dachten über neue Policy-Implikationen nach, die sich aus ihren Ideen ergeben könnten.

Insgesamt kamen so mehr als 40 kreative Ideen zusammen. Diese werden nun vom ISCN zusammengefasst und aufbereitet, um als nächste Schritte zunächst für Osnabrück, dann aber auch im übrigen Netzwerk zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wird es ein virtuelles Folgetreffen geben, bei dem alle teilnehmenden Universitäten zusammenkommen und ihre Ergebnisse Praktikern und Smart-City-Experten präsentieren. Die jungen Menschen erhalten so weiteres wertvolles Feedback zu ihrer Arbeit und Einblicke in die Art und Weise, wie Altersgenossen aus anderen Ecken der Welt die gemeinsame Fragestellung angehen würden.

Einmal mehr zeigt sich das Format der ISCN Challenge als agiler, offener und zentraler Baustein der ISCN-Aktivitäten zum Wissenstransfer und Praxisaustausch für gemeinwohlorientierte Smart Cities über Länder, Interessens- und Altersgruppen hinweg!

Testimonials

 

"In meiner Rolle als Forschungskoordinator und im Namen des Masterstudiengangs Nachhaltige Städte an der Universidad de Cuenca möchte ich der GIZ und allen Beteiligten unseren aufrichtigen Dank aussprechen. Diese Art von Veranstaltungen sind großartig für uns, um Studenten mit realen und praktischen Herausforderungen vertraut zu machen, Netzwerke zu schaffen und auch als Internationalisierungsinitiative." – Ing. Francisco Calderón Peralvo, PhD, MEng CEM


"Die University Challenge ist eine großartige Gelegenheit für Studenten zu erkennen, dass Daten und Datensammlung kein Selbstzweck sind. Die Datenerfassung muss in einer intelligenten Stadt immer einem nützlichen Zweck dienen. Jeder Datensatz hat einen oder mehrere Verwendungszwecke, aber nicht jede Verwendung stellt einen Mehrwert dar. Deshalb ist Kreativität gefragt, um sinnvolle Anwendungsfälle zu entwickeln." – Prof. Dr.-Ing. Jan Büchsenschuß, Studiengangsleiter Smart City Engineering, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften


"Die Studenten müssen etwas über technologische Instrumente lernen, die sich ständig verändern und verbessern; aber sie müssen sich auch über die dazugehörigen gesellschaftliche Fragen im Klaren sein [...] [Die ISCN Challenge] ist eine gute Möglichkeit, all dies zusammenzubringen in der Frage: Wie können Daten für das Gemeinwohl genutzt werden?"

– Prof. Dr. Florian Koch, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

Haben Sie Interesse daran, bei der nächsten Ausgabe als Stadt oder mit Ihrem Studienkurs an der ISCN Challenge teilzunehmen? Kontaktieren Sie uns gerne via iscn@giz.de