Smart City Modellprojekt Ulm

Als Modellstadt des Bundes will die Stadt Ulm Digitalisierung zum Wohle der Bürgerschaft gestalten. Dabei setzt Ulm auf den Erfindergeist und die aktive Beteiligung der Ulmerinnen und Ulmer. Die digitale Stadtentwicklung orientiert sich an den drei Zukunftsaufgaben „Wachsende Stadt ‒ Resilient City“, „Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ und „Ulm im Wandel“. „Es geht uns darum, Verhaltensänderungen hin zu einem nachhaltigeren Leben nicht einfach nur einzufordern, sondern auch möglich zu machen“, so Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch.

Clever, für alle offen und nachhaltig. In der „Ulmer Vision“ spiegelt sich wider, was „Digitalisierung von unten“ im Kern bedeutet: Ulm möchte im Rahmen des Förderprogramms „Smart Cities made in Germany“ mit den Menschen vor Ort ihre digitale Zukunft gestalten. Digitale Ansätze orientieren sich an den Bedürfnissen und Bedarfen der Bürgerinnen und Bürger und beziehen ihre Ideen und Vorstellungen mit ein. Die Ulmerinnen und Ulmer sind schließlich seit jeher für ihren Pioniergeist und ihre Innovationskraft bekannt.

Um dieser Vision näher zu kommen, macht sich Ulm in den nächsten zwei Jahren auf den Weg, eine integrierte Smart-City-Strategie zu entwickeln. In den Bereichen Mobilität, Zusammenleben, Umwelt/Energie, Bildung, Handel, Kultur und Verwaltung entstehen neue digitale Ansätze. Gleichzeitig soll eine leistungsfähige digitale Infrastruktur geschaffen werden.

Die Blaupause für die Smart-City-Strategie ist eine Stadt im Umbruch. Ulm ist eine wachsende Stadt. Dieser Trend wird durch die engere Anbindung an Stuttgart noch weiter verstärkt werden. Strukturelle, gesellschaftliche und demografische Veränderungen bieten neue Herausforderungen für die Stadtentwicklung, aber auch neue Chancen für digitale Lösungen. Nachhaltigkeit in allen sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen zieht sich dabei als roter Faden durch alle Handlungsfelder.

Dieser Mischung an unterschiedlichsten Herausforderungen begegnet man am besten mit vielen Köpfen am Tisch. Stadtverwaltung und Politik werden eng in alle Phasen der Strategieentwicklung eingebunden. Das digitale Ehrenamt und die Community haben im Prozess einen Raum, um eigene Dynamiken zu entfalten. Auch die lokale Wirtschaft hat beispielsweise über die Initiative ulm.digital oder das Digitalisierungszentrum einen festen Platz am Tisch. Um die Smart City Ulm auf ein solides Fundament zu stellen und gleichzeitig das größere Bild nicht aus dem Blick zu verlieren, wird die digitale Agenda von Partnerinnen und Partnern aus der Wissenschaft begleitet.

Der Wissenstransfer innerhalb der Stadt ist durch die Einbindung lokaler Akteure und der Bürgerschaft im Rahmen von Dialog- und Beteiligungsverfahren gesichert. Erfahrungen mit Beteiligungsprojekten der Bürgerschaft hat die digitale Agenda in den letzten Jahren einige gesammelt ‒ beispielsweise durch die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Zukunftsstadt 2030 und der zukunftskommune@bw. Das Online-Beteiligungsportal zukunftsstadt-ulm.de bezieht mit virtuellen und realen Partizipationsformaten die Bevölkerung in die Strategieentwicklung mit ein.

Die Stadt Ulm hat bereits viele strukturelle Grundlagen für eine digitale Stadtentwicklung geschaffen. Seit Anfang 2018 laufen in der Geschäftsstelle Digitale Agenda die Fäden zusammen, wo die zahlreichen Digitalisierungsaktivitäten koordiniert und vernetzt werden. Zusätzlich begleitet ein externer Fachbeirat, bestehend aus insgesamt 15 Expertinnen und Experten aus den Themengebieten Stadtplanung und -entwicklung, IT und Sicherheit, Daten und Gesellschaft sowie Vertreter von Dachorganisationen, die Stadt auf ihrem Weg zur Smart City. „Mit einem vielfältigen Netzwerk an Impulsgebern, einem kurzen Draht zur Verwaltung und dem Erfahrungsschatz der Geschäftsstelle haben wir ein tragfähiges Gerüst für eine nachhaltige digitale Transformation in Ulm geschaffen“, so Sabine Meigel, Leiterin der Geschäftsstelle Digitale Agenda.

Dabei verfolgt die Stadt eine integrierte Strategie und stärkt bereits bestehende Initiativen. Das Verschwörhaus beispielsweise ist seit Jahren eine feste Institution der Stadt. Entsprechend der „Smart City Charta“ hat das Verschwörhaus im Bereich „Citizen Science“ die Rolle eines Living Lab. Der Treffpunkt der digitalen Community ist Laboratorium und gleichzeitig Ort der Begegnung. Auf 500 Quadratmetern finden sich 3D-Drucker, Lasercutter und computergesteuerte Fräsen, im Keller stehen die Server des Internetknotens. Im „Experimentierfeld für die Welt von morgen“ gibt es so die Möglichkeit, kreativ zu sein, nach unkonventionellen Lösungen zu suchen oder einfach mal auszuprobieren. Scheitern ist ausdrücklich erlaubt!

Ulm bei der Smart Country Convention 2020

Die Stadt Ulm hat im Rahmen der Smart Country Convention 2020 an der Podiumsdiskussion „Modellprojekte Smart Cities“ teilgenommen. Dort hat Staatssekretärin Anne Katrin Bohle aus dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat mit OB Czisch aus Ulm sowie dem CDO der Stadt Kaiserslautern, Prof. Rombach, Erfahrungen der ersten Modellprojekte-Staffel lebhaft ausgetauscht. Im Fokus der Diskussion standen die Themen Bürgerbeteiligung und Netzwerke in Smart City Prozessen. Prof. Ziemer von der Hafenuniversity Hamburg City ergänzte die Diskussion um wissenschaftliche Erkenntnisse. Moderiert wurde die Diskussion von Marie Neumüllers vom Büro urbanizers. Hier können Sie sich die Diskussion anschauen:

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Panel „Modellprojekte Smart Cities“ bei der Smart Country Convention 2020 mit Anne Katrin Bohle (BMI), Gunther Czisch (OB Ulm), Prof. Dr. Rombach (CDO Kaiserslautern) , Prof. Dr. Ziemer (Hafenuniversity Hamburg City) und Frau Neumüllers (urbanizers)

 

Stimmen aus dem Netzwerk

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Prof. Jochen Rabe

Professur für Urbane Resilienz und Digitalisierung, Einstein Center Digital Future (ECDF), TU Berlin

Dr. Nadine Kuhla von Bergmann

Gründerin und Geschäftsführerin, Creative Climate Cities
 

Kontakt

Modellprojekte Smart Cities
smart-city-dialog@bmi.bund.de