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Das Projekt „Kiezbox 2.0“ untersucht im Rahmen einer Pilotanwendung, wie ein resilientes und digitales Berlin auch in Krisensituationen handlungsfähig bleiben kann. Es ist Teil des Modellprojekts Smart City Berlin und basiert auf der Strategie „Gemeinsam Digital: Berlin (GD:B)“.
Ziel des Projekts ist es, beispielhaft zu zeigen, wie die Kommunikation zwischen Bevölkerung und KRITIS-Betreiber:innen während eines länger andauernden, flächendeckenden Stromausfalls aufrechterhalten werden kann. Dafür wurden der Kiezbox Core und das Kiezbox Infoportal entwickelt. Diese ermöglichen den schnellen Aufbau eines WLAN-Mesh-Netzwerks, über das ein Notfall-WLAN bereitgestellt wird. Bürger:innen können darüber mit internetfähigen Geräten Notrufe an die Feuerwehr absetzen. Für den Regelbetrieb wurde zusätzlich ein Sensormodul entwickelt, das Umweltdaten wie Temperatur oder Luftqualität erfasst und über ein LoRa-Mesh-Netz speichert. Dadurch entsteht eine Grundlage für weitere Smart-City-Anwendungen.
Technisch basiert die Kiezbox auf einer mehrschichtigen Netzwerkarchitektur mit klarer Segmentierung. Der Kiezbox Core fungiert als zentraler Knoten innerhalb eines WLAN-Mesh-Netzwerks. Es gibt ein öffentliches Notfall-WLAN für Bürger:innen sowie ein separates Management-WLAN für Wartung und Administration. Mindestens eine Kiezbox verfügt über einen Internet-Uplink, über den z. B. VoIP-Anrufe ins Telefonnetz weitergeleitet werden können. Die Sensormodule sind über ein energieeffizientes LoRa-Wide-Area-Network angebunden.
Die Modellhaftigkeit wird durch einen modularen Aufbau mit handelsüblichen Komponenten sowie den Einsatz von Open-Source-Software erreicht. Dies erhöht Transparenz und erleichtert Anpassung und Übertragbarkeit auf andere Kommunen. Das Infoportal ist barrierearm, datenarm und geräteunabhängig nutzbar. Alle Ergebnisse werden öffentlich bereitgestellt. Quellcode und Hardware-Dokumentation sind als Open Source über GitHub und GitLab von OpenCoDE zugänglich.
Die Kiezbox 2.0 leistet schließlich einen wichtigen Beitrag zur städtischen Infrastruktur und kann im Echtbetrieb die Resilienz sowie die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung deutlich stärken.