Smart City Modellprojekt Süderbrarup

Das Amt Süderbrarup liegt in Schleswig-Holstein und ist damit das nördlichste Modellprojekt der ersten Förderstaffel. Die ca. 11 000 Einwohner verteilen sich in 13 Gemeinden auf einer Fläche von 146 km². Durch die ländliche Struktur hat das Amt Süderbrarup andere Anforderungen an eine Smart City als der urbane Raum. Viele Ressourcen, die in einer Stadt knapp sind, sind hier im Überfluss vorhanden. Daher gilt es, die Smart City auf eine Smart Region mit anderen Herausforderungen umzudenken.

Durch das Modellprojekt soll die Herausbildung eines ländlichen digitalen Zentrums zwischen den Polen der umliegenden Städte Flensburg, Kappeln, Eckernförde und Schleswig entstehen. Dabei sollen Lösungen entwickelt werden, die von Orten und Regionen mit ähnlicher Struktur adaptiert werden können. Umliegende Kommunen können dadurch und durch Synergieeffekte und Kooperationen profitieren. Alle Bürgerinnen und Bürger im Amtsgebiet sollen durch das Modellprojekt einen Mehrwert erfahren. Mit Veranstaltungen und Bildungsangeboten für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen soll digitales Basiswissen, aber auch vertiefende Inhalte zu speziellen Smart-City-Themen weitergegeben werden, um auf diese Weise einen Beitrag zur Herausbildung einer digitalen Souveränität der Bürgerinnen und Bürger zu leisten.

Das Modellprojekt Smart Cities startet zeitgleich mit dem flächendeckenden Glasfaserausbau im Amt Süderbrarup. Der beginnende Ausbau der infrastrukturellen Grundvoraussetzung steht sinnbildlich für das enorme Entwicklungspotenzial der Region durch die Digitalisierung. Daher ist auch das Spektrum der zehn Handlungsfelder breit gefächert: digitale Infrastruktur, Mobilität, Bildung, Verwaltung, Wirtschaft, Umwelt und Energie, Gemeinschaft, Kultur und Freizeit, Gesundheit sowie Tourismus. Diese Themen spiegeln sich auch neben den regionalen Besonderheiten wie dem Ostseefjord Schlei, dem Riesenrad des Brarup-Marktes (größter ländlicher Jahrmarkt in Schleswig-Holstein) und den typischen Knicks der Landschaft Angeln in der Illustration des Modellprojektes wider.

Bereits Ende 2019 startete der Beteiligungsprozess mit Bürgerinnen und Bürgern zur Erstellung der Smart-City-Strategie. In Bürgerforen und Workshops mit speziellen Fokusgruppen (Schulen, Wirtschaft, Tourismus, Bürger) sowie einer Expertenrunde wurden Herausforderungen und Lösungsansätze herausgearbeitet. Parallel haben Bürgerinnen und Bürger auch auf der Projektwebseite http://www.smartcityamtsuederbrarup.de die Möglichkeit, Ideen einzureichen, zu diskutieren und zu bewerten.

Auf dem vorerst letzten Bürgerforum Anfang März wurde bereits ein erster Strategieentwurf mit Projektideen vorgestellt. Um das Potenzial des Projektes Smart City greifbarer zu machen, wurde dazu ein Testfeld mit schon existierenden Programmlösungen, 3D-Druckern und einem Mini-LoRaWAN zum Ansehen und Ausprobieren angeboten.

Neben der Ausarbeitung der Strategie widmen wir uns momentan der Umsetzung erster Projekte. Für die Zeit nach der Pandemie richten wir beispielsweise in Kooperation mit einem anderen Amt ein Mobilitätsportal ein. In diesem Mobilitätsportal wird das Angebot des ÖPNV sowie öffentliche mobilitätsunterstützende Maßnahmen wie zum Beispiel Mitfahrbänke, das Amtsmobil und zusätzliche private Mitfahrgelegenheiten ergänzend angezeigt und zur Buchung angeboten. Darüber hinaus wird die Digitalisierung der Verwaltung und der Schulen fokussiert, weil hier aufgrund der Corona-Pandemie aktuell dringender Handlungsbedarf besteht. Die Pandemie hat außerdem die Wichtigkeit der lokalen Nahversorgung unterstrichen. Daher arbeiten wir an der digitalen Unterstützung des Einzelhandels mit cleveren Konzepten und innovativer Technik, um auf diese Weise die Nahversorgung in Zukunft und auch abseits der Versorgungszentren zu sichern. Langfristig ist u. a. der Aufbau eines 5G-Netzes im zukünftigen Gewerbegebiet angestrebt, um dadurch ein attraktives Umfeld für innovative Firmen und deren Entwicklungen zu schaffen.

 

Stimmen aus dem Netzwerk

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Prof. Jochen Rabe

Professur für Urbane Resilienz und Digitalisierung, Einstein Center Digital Future (ECDF), TU Berlin

Dr. Nadine Kuhla von Bergmann

Gründerin und Geschäftsführerin, Creative Climate Cities
 

Kontakt

Modellprojekte Smart Cities
smart-city-dialog@bmi.bund.de