Glasfassaden von Bürogebäuden aus einer extremen Froschperspektive.
Eine gesteigerte Attraktivität des Standorts, ein verbessertes Image sowie neue Formen der Zusammenarbeit sind oft indirekte Wirkungen von Smart-City-Maßnahmen. adobe.stock.com - francescorizzato

Neue Studie: Wie Smart-City-Projekte die regionale Wirtschaft stärken

27.05.2026

Eine neue Praxishilfe aus der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities (MPSC) zeigt: Digitale Projekte verbessern nicht nur städtische Services und Abläufe. Sie können auch die regionale Wirtschaft stärken. Genau hier setzt die Veröffentlichung an. Sie erklärt, wie Kommunen solche Effekte erkennen, einordnen und verständlich vermitteln können.

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Smart-City-Projekte wirken oft jenseits klassischer Kennzahlen: Neue Kooperationen entstehen, das Image eines Standorts verändert sich, Innovationsprozesse kommen in Gang. Diese Effekte lassen sich selten direkt auf einzelne Maßnahmen zurückführen. Stattdessen zeigen sie sich dort, wo sich Zusammenarbeit, Wahrnehmung und Standortqualität verbessern. Die Praxishilfe macht deutlich, wie Kommunen solche Zusammenhänge plausibel darstellen können – etwa gegenüber Politik oder Projektpartnern.

Ein altes Gebäude
Der Buntspeicher Zwönitz wird als flexibel nutzbares Gründer- und Innovationszentrum in einem denkmalgeschützten Gebäude entwickelt. DLR / Dirk Rückschloß

Fünf Beispiele aus der Praxis


Wie das konkret aussieht, zeigen fünf ausgewählten Fallstudien aus den MPSC: 

  • In Zwönitz bringt das digitale Gründerzentrum Buntspeicher Start-ups, Verwaltung und Mittelstand zusammen. 
  • Freiburg verbindet mit dem Datenplattform und Bürgerbeteiligung, um Stadtentwicklung datenbasiert und partizipativ zu gestalten. 
  • Jena vernetzt Unternehmen und Forschung gezielt über ein Innovation Hub
  • Osnabrück unterstützt durch eine digitale Plattform die Nachwuchsförderung im MINT-Bereich und stärkt so langfristig das Fachkräfteangebot. 
  • Linz am Rhein setzt auf smarte Infrastruktur und steigert damit die Attraktivität des Standortes – etwa für Tourismus und Innenstadtentwicklung.

Das Autorenteam vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und vom Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (Fraunhofer IESE) hat diese Maßnahmen hinsichtlich angestrebter und beobachteter indirekter regionalwirtschaftlicher Effekte sowie der eingesetzten Argumentationsmuster untersucht. „Unsere Analyse zeigt, dass sich indirekte Effekte nicht einfach zählen lassen“, erläutert Projektleiterin Sandra Wagner-Endres vom Difu. „Entscheidend sind nachvollziehbare Wirkzusammenhänge und klare Narrative mit denen gezielt Standortfaktoren für Unternehmen verbessert werden können.“ 

Hilfe für Kommunen

Die Veröffentlichung richtet sich an kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie an Verantwortliche für Digitalisierung und Stadtentwicklung. Ein zentrales Element der Veröffentlichung sind Checklisten mit hilfreichen Satzschablonen und Reflexionsfragen: Diese ermöglichen Kommunen, ihre Projekte systematisch aufzubereiten und Wirkungen überzeugend darzustellen – insbesondere im Hinblick auf Prioritätensetzung und die langfristige Fortführung von Maßnahmen“, erläutert Co-Autorin Anna Theobald von Fraunhofer IESE.

Smart-City-Projekte wirken oft leise, aber mit großer Wirkung – sie vernetzen wirtschaftsrelevante Akteure, stärken den Standort und setzen Innovationsimpulse. Die Praxishilfe soll dabei helfen, genau diese Effekte sichtbar zu machen und überzeugend zu vermitteln. 

Jakob Schackmar, wissenschaftliche Begleitung im BBSR  

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Kontakt

Jakob Schackmar

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994012153