Smart City zum Anfassen: Regionalkonferenz aus Lemgo und Kalletal zeigt digitale Lösungen für regionale Herausforderungen

Im Fokus der Smart City steht nicht die Technologie, sondern der Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger. Wie wichtig es ist, dass die Smart City für die Menschen vor Ort erlebbar und greifbar ist, wurde am 31. März auf der zweiten Regionalkonferenz der Modellprojekte Smart Cities aus Lemgo und Kalletal deutlich. Unter dem Motto „Smart-City-Strategien gemeinsam entwickeln und Chancen nutzen in meiner Region“ waren bei der von der Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) organisierten Veranstaltung rund 130 Teilnehmende virtuell dabei.

Die Region stellt sich vor. Mehr zum Modellprojekt aus Lemgo und Kalletal im MPSC-Profil.

Dass Smart City nicht nur ein Thema für Großstädte ist, betonten die Bürgermeister von Lemgo und Kalletal, Markus Baier und Mario Hecker, in ihrer gemeinsamen Begrüßung: „Die Digitalisierung bietet uns die Chance, unsere Stärken als ländlicher Raum voll ausspielen zu können.“ Das Verbundprojekt der beiden Gemeinden wird seit 2020 als Modellprojekt Smart Cities vom Bund gefördert. Im Mittelpunkt der Smart-City-Strategie des Projekts digital.interkommunal stehen neue Angebote der kommunalen Versorgung über die Gemeindegrenzen hinweg.

Wie Projektleiterin Nicole Baeumer in ihrem Impulsvortrag deutlich machte, gehört es zu den Erfolgsfaktoren des Projekts, dass die beiden Gemeinden die Strategieentwicklung und die praktische Umsetzung erster Maßnahmen miteinander verknüpft haben: „Der Smart-City-Begriff ist für weite Teile der Gesellschaft immer noch abstrakt“, sagte Baeumer, „‘Quick Wins‘, also schnelle Umsetzungserfolge, machen die Smart City greifbar.“ Ein Beispiel für eine Maßnahme, die Smart City schon jetzt erlebbar macht, sei der Digitalpfad im Lemgoer Stadtwald, so Baeumer.

Gemeinsam Räume der Zukunft schaffen

Auch Christoph Walter von der Agentur Urban Catalyst und Experte für den Wissenstransfer in der KTS, der die Handreichung „Die digitale Stadt gestalten“ vorstellte, riet Kommunen auf dem Weg zur Smart City, den Strategieprozess und die Umsetzung erster Maßnahmen von Anfang an zu verzahnen. Er machte aber auch deutlich, dass Maßnahmen nicht nur lose miteinander verknüpft sein dürfen, sondern immer auf die Smart-City-Strategie und die möglichst konkret formulierten Ziele der nachhaltigen, gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung einzahlen müssten.

In vertiefenden Workshops tauschten sich die Teilnehmenden unter anderem dazu aus, wie man die Menschen vor Ort mit Geschichten und Leitbildern für die Smart City begeistert, wie mit Hilfe von digitalen Lösungen Zukunftsideen für eine bessere analoge Welt simuliert werden können und wie wichtig es ist, alle an der Smart City beteiligten Akteure zu vernetzen und eine vertrauensvolle Kooperationsstrukturen aufzubauen.

Zum Ende der Veranstaltung wurde seitens des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) an die Kommunen appelliert, sich auch über die Regionalkonferenz hinaus zu vernetzen und Wissen und Erfahrungen zu Smart City mit Anderen zu teilen. Gemeinsam wolle man Räume der Zukunft schaffen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Die digitale Stadt gestalten“ entsteht eine Handreichung für Kommunen, die sie auf ihrem Weg zur Smart City begleitet. Vorab erschienen: Ein Poster, das grundlegende Informationen zum Einstieg in das Thema bündelt und die verzahnten Arbeitsschritte zur Erstellung einer Smart-City-Strategie sowie zur Umsetzung von Smart-City-Projekten formuliert. Bild: BBSR

Die Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities als Anlaufstelle für alle Kommunen

Die nächste Regionalkonferenz – dann aus Ulm – findet bereits am 5. April statt. Die Anmeldung für die virtuelle Veranstaltung ist noch möglich. Am  6. Juli ist eine Präsenzveranstaltung in Wolfsburg geplant, zusätzliche Termine in weiteren Regionen folgen.

Die Regionalkonferenzen sind ein Baustein des Wissenstransfers und der Vernetzung zum Thema Smart Cities, den die vom BMWSB beauftragte Koordinierungs- und Transferstelle Modellprojekte Smart Cities (KTS) organisiert. Sie initiiert den systematischen Erfahrungsaustausch unter den Modellprojekten Smart Cities (MPSC) und allen interessierten Kommunen in Deutschland. In den Modellprojekten entstehen neue Lösungen, die in die Breite der kommunalen Landschaft getragen werden. Die KTS bündelt die gewonnenen Erkenntnisse und macht dieses gesammelte Wissen auch allen nicht geförderten Kommunen zugänglich, indem sie hilft, regionale Lernnetzwerke und Entwicklungsgemeinschaften mit und um die MPSC aufzubauen.

Weitere Informationen zu den Modellprojekten und den Angeboten und Veranstaltungen der KTS unter:
http://www.smart-city-dialog.de/modellprojekte