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Die Smart City Infrastruktur der Hansestadt Lübeck bildet den notwendigen technischen und organisatorischen Unterbau für eine moderne, datengestützte Stadtentwicklung. Sie fungiert als „digitales Gehirn“ der Region und schafft die Voraussetzung für die Bereitstellung digitaler Dienste, die der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommen.
Kernaspekte der Umsetzung:
• Digitale Daseinsvorsorge: In Übereinstimmung mit der Digitalstrategie des Landes Schleswig-Holstein wird die Infrastruktur als Teil der grundlegenden öffentlichen Versorgung verstanden. Sie sichert die digitale Souveränität der Kommune, indem sie sicherstellt, dass Datenhoheit und Steuerungskompetenz dauerhaft in öffentlicher Hand (Lübeck) bleiben.
• Modulare & Offene Architektur: Ziel ist eine modulare, standardisierte Plattform, die einen sicheren End-to-End-Umgang mit Daten ermöglicht. Hierbei setzen wir konsequent auf das Prinzip „Public Money, Public Code“, um langfristig Abhängigkeiten (Vendor Lock-in) zu vermeiden.
o Hybrider Integrationsansatz: Das Ökosystem ist explizit darauf ausgelegt, auch bestehende proprietäre Fachanwendungen zu integrieren. Diese Einbindung erfolgt über offene, dokumentierte Schnittstellen (APIs).
o Migrationsstrategie: Die Integration nicht-quelloffener Software dient als notwendige Brückentechnologie für den Übergang. Dies stellt die kontinuierliche Arbeitsfähigkeit der Verwaltung sicher, bis proprietäre Fachverfahren sukzessive durch leistungsfähige Open-Source-Lösungen abgelöst werden können, ohne den laufenden Betrieb der Smart City Infrastruktur zu gefährden.
• Vernetzte Sensorik & Datenvielfalt: Die Infrastruktur bindet diverse Übertragungsnetzwerke (u.a. LoRaWAN, TTN, DECT, Narrowband-IoT) an. Diese bilden die Basis für die „Datenwahrheit“ der Stadt. Ergänzt werden diese durch Datenspenden aus Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft sowie durch die Georeferenzierung vorhandener Verwaltungsdaten.
• Der Digitale Zwilling als Zielbild: Die aggregierten Daten liefern die Grundinformationen für den Aufbau eines Digitalen Zwillings. Dies ermöglicht es, komplexe städtische Szenarien – wie intelligente Mobilitätslösungen, Klimaanpassungsmaßnahmen oder optimierte Bürgerkommunikation – erst virtuell zu simulieren und dann evidenzbasiert real umzusetzen.
• Themenspezifische Portale: Gemäß einem strengen Rollen- und Rechtekonzept werden die Informationen zielgruppengerecht aggregiert. Bestehende Anwendungen wie das Umweltportal (Echtzeitdaten zu Lärm oder Feinstaub) und das Geoportal demonstrieren bereits heute den praktischen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger.
• Pilotierung & Validierung: Zur Sicherstellung der Praxistauglichkeit werden kontinuierlich Anwendungsfälle aus der Digitalen Strategie Lübeck herangezogen. So wird die Infrastruktur agil an realen Bedarfen getestet und sukzessive zum regionalen Standard ausgebaut mit modellhaften Replikationen (Best-Practice-Transfer) und Nutzung von Synergieeffekten.