Außenansicht Fachwerkhaus mit Schaufenster mit der Aufschrift Stadtlabor
Das stadtLABOR Soest schafft einen offenen Lern- und Begegnungsort. Julian Trippe

Neue Studie: Wie Ankerorte den digitalen Wandel erlebbar machen

04.03.2026

Eine neue Studie aus der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities zeigt, wie Stadtlabore, Makerspaces und andere Ankerorte des digitalen Wandels wirken – und was sie für Kommunen leisten können.

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Digitalisierung bleibt für viele Menschen abstrakt, solange sie nicht konkret erfahrbar ist. Viele Kommunen reagieren darauf, indem sie Ankerorte des digitalen Wandels schaffen – Räume, in denen Bürgerinnen und Bürger digitale Stadtentwicklung unmittelbar erleben, ausprobieren und mitgestalten. Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), herausgegeben vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie solche Ankerorte des digitalen Wandels wirken – und was sie für Kommunen leisten können.  

Stadtlabore, Makerspaces und Digitalwerkstätten machen Smart-City-Themen für den Alltag greifbar. Sie verbinden Information, Beteiligung und digitale Bildung an einem konkreten Ort. Die Studie wertet Erfahrungen aus mehr als 50 Ankerorten der Modellprojekte Smart Cities aus. Sie zeigt: Dort, wo Menschen Technik ausprobieren, Projekte diskutieren und eigene Ideen einbringen, wachsen Akzeptanz für digitale Lösungen und das Verständnis für kommunale Ziele.

Fünf Typen, viele Wege

Die Studie unterscheidet fünf Grundtypen von Ankerorten: Informations- und Beteiligungsorte, Räume für digitale Bildung, Technikwerkstätten und Makerspaces, kokreative Labore für Transformation sowie Plattformen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. Für jeden Typ beschreibt die Studie Ziele, Zielgruppen, Formate und Kooperationsmodelle. So können Kommunen prüfen, welcher Ansatz zu ihren eigenen Zielen passt – oder wie sich mehrere Funktionen sinnvoll kombinieren lassen.

Ankerorte des digitalen Wandels im Porträt

Diese Stadtlabore, Makerspaces und mehr werden in der Studie ausführlich vorgestellt: 

Praxis zeigt, was funktioniert

Konkrete Beispiele machen die Vielfalt greifbar: In Soest bringt ein Stadtlabor Smart-City-Projekte mitten in die Fußgängerzone und lädt zur Beteiligung ein. In Süderbrarup stärkt ein Digitalzentrum digitale Kompetenzen im ländlichen Raum – ergänzt durch einen mobilen Bildungsbus. In Mayen-Koblenz vermittelt ein Makerspace MINT-Kompetenzen durch praktisches Ausprobieren. „Es gibt nicht den einen Ankerort und diese Vielfalt ist eine Stärke“, betont Studienautor Jan Abt vom Difu. „Sie erlaubt es Städten und Regionen, Digitalisierung lokal passend zu übersetzen – mal als Lernangebot, mal als Beteiligungsort oder als Innovationsraum.“

Erfolgsfaktoren für Kommunen

Aus der Praxis leitet die Studie zentrale Erfolgsfaktoren für Ankerorte ab:  klare Ziele, verlässliche Partnerschaften und die langfristige Sicherung der Einrichtungen. Ankerorte werden nicht als Einzelprojekte gesehen, sondern als Teil einer kommunalen Infrastruktur für die digitale Transformation. „Ankerorte geben der Digitalisierung ein Gesicht“, sagt Bettina Distel, Projektleiterin im Referat „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“ im BBSR. „Sie schaffen Vertrauen, fördern Teilhabe und helfen Kommunen, digitale Stadtentwicklung gemeinsam mit der Stadtgesellschaft zu gestalten.“

Arbeitsgruppe zu Ankerorten des digitalen Wandels

In der Gruppe schließen sich Kommunen zu Partnerschaften zusammen, um ihre „Orte der Digitalisierung“ gemeinsam weiter voranzutreiben und voneinander zu lernen. 

Mehr erfahren: Arbeitsgruppe „Ankerorte des digitalen Wandels“

Kontakt

Dr. Bettina Distel

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Referat RS 5 „Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr“
Tel.: +49228994012343

Jan Abt

Difu - Deutsches Institut für Urbanistik
Tel.: +493039001206
E-mail: abt@difu.de