Grafische Darstellung von Modellen für den Aufbau und den Betrieb von Entwicklungspartnerschaften
Creative Climate Cities

Open Source gemeinsam entwickeln: Wissensprodukt zu interkommunalen Entwicklungspartnerschaften

04.05.2026

Wie können Kommunen Open-Source-Software nicht nur nutzen, sondern gemeinsam weiterentwickeln? Eine neue Studie zeigt, wie Städte und Gemeinden digitale Lösungen in interkommunalen Entwicklungspartnerschaften erfolgreich steuern können. Im Fokus stehen Community- und Produktmanagement als zentrale Bausteine für strukturierte Zusammenarbeit, digitale Souveränität und effiziente Nachnutzung.

Main content

Open Source gewinnt für Kommunen zunehmend an Bedeutung. Offene Softwarelösungen schaffen mehr Unabhängigkeit, reduzieren Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und ermöglichen es, digitale Lösungen gemeinsam weiterzuentwickeln. Gerade dort, wo mehrere Kommunen ähnliche Herausforderungen haben, entstehen neue Chancen für Zusammenarbeit.

Im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities entwickeln bereits mehrere Städte und Gemeinden gemeinsam Softwarelösungen. Sie bringen ihre Anforderungen und Erfahrungen in offene Entwicklungsprozesse ein, etwa für Buchungssysteme, Beteiligungsplattformen, City Apps oder Geodatenanwendungen. Die Studie beleuchtet anhand konkreter Praxisbeispiele, wie diese Zusammenarbeit organisiert wird und welche Rollen, Prozesse und Strukturen sich bewährt haben.

Von community-zentriert bis dienstleister-getrieben

Ziel der Studie ist es, Kommunen einen Einblick in die Gestaltung interkommunaler Open-Source-Entwicklungspartnerschaften zu geben und insbesondere die Rolle Community- und Produktmanagement als zentrale Steuerungsinstrumente näher zu betrachten. Auf Basis leitfadengestützter Interviews mit relevanten Stakeholdern werden bestehende Praxisbeispiele analysiert, organisatorische Strukturen herausgearbeitet sowie Chancen und Herausforderungen eingeordnet.

Untersucht wurden unter anderem die Projekte Biletado, OSCA, IP Masterportal, Dipas, Civitas/Core, Smart Village App, KODI/Heidi.

Ein zentrales Ergebnis: Interkommunale Open-Source-Projekte lassen sich in drei Modelle der Zusammenarbeit einteilen, von stark community-zentrierten Ansätzen bis hin zu dienstleister-getriebenen Strukturen. Je nach Ausgangslage, Ressourcen und Zielsetzung können unterschiedliche Modelle sinnvoll sein.

Ergänzend bietet das Wissensprodukt einen praxisnahen Aufgaben- und Anforderungskatalog für Community- und Produktmanagement. Er zeigt, welche Kompetenzen, Zuständigkeiten und Prozesse notwendig sind, damit gemeinsame Entwicklung dauerhaft funktioniert.

 

Grafische Darstellung von Modellen für den Aufbau und den Betrieb von Entwicklungspartnerschaften
Mögliche Modelle für den Aufbau und den Betrieb von Entwicklungspartnerschaften. Fraunhofer IESE

Anforderungen- und Aufgaben-Katalog

Die zusammen mit der Studie veröffentlichte Übersicht bietet eine Orientierung darüber, welche Anforderungen und Aufgaben den Rollen im Community- und Produktmanagement in interkommunalen Open-Source-Entwicklungspartnerschaften zukommen. Beide Bereiche werden dabei verzahnt betrachtet, da organisatorische und produktbezogene Fragestellungen eng ineinandergreifen.

Die Ergebnisse zeigen: Ein gut aufgestelltes Community- und Produktmanagement ist entscheidend, um Anforderungen zu bündeln, Wissen zu teilen und die Weiterentwicklung effizient zu steuern. Gleichzeitig entstehen durch die gemeinsame Entwicklung Synergien, etwa durch geteilte Kosten und die Nachnutzung von Funktionen zwischen Kommunen.

„Interkommunale Open-Source-Partnerschaften eröffnen neue Wege der Zusammenarbeit; sie erfordern aber klare Strukturen und Verantwortlichkeiten“, erklärt Tizia Grether, Fraunhofer IESE, Koordinatorin und Co-Autorin der Wissensprodukte aus der Arbeitsgruppe „City Apps“.

Neben den Potenzialen werden auch Herausforderungen sichtbar, etwa bei der Koordination, Finanzierung und der langfristigen Verstetigung der Projekte. Die Studie liefert damit einen ersten Ansatzpunkt für Kommunen, wie Open-Source-Projekte gemeinsam gestaltet werden können. 

 

Weiterführende Informationen zu den Wissensprodukten der Arbeitsgruppe „City Apps“

 

Arbeitsgruppe „City Apps“

Studie „Open Source gemeinsam steuern“

Kurzstudie „Anforderungen und Aufgaben“

Modulbibliothek Smart City Dialog

Übersichtsseite der Entwicklungspartnerschaften